Bußgeld Spanien

Gerade wenn man sich in Spanien einen Mietwagen leihnt , ist es gut zu wissen für welche Verkehrsverstöße ein Bußgeld anfällt. Hier finden Sie Einzelheiten.

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bußgelder in Spanien sind deutlich höher als in Deutschland: 100 € bis 600 € für Tempoverstöße, 200 € für Handy, Gurt oder Rotlicht, 500–1.000 € für Alkohol am Steuer.
  • Wer innerhalb von 20 Tagen zahlt, bekommt 50 % Rabatt.
  • Spanische Bußgelder ab 70 € werden auch in Deutschland vollstreckt. Punkte in Flensburg gibt es nicht.
  • Ausländische Fahrer müssen das Bußgeld oft sofort vor Ort bezahlen – sonst kann das Auto stillgelegt werden.
  • Promillegrenze: 0,5 ‰, für Fahranfänger (unter 2 Jahre Führerschein) 0,3 ‰.

Inhalt

  1. Bußgeldtabelle Spanien 2026
  2. Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen
  3. Alkohol und Drogen am Steuer
  4. Tempolimits in Spanien
  5. Kontrolle vor Ort: Was Touristen wissen müssen
  6. 50 % Rabatt, Einspruch und Fristen
  7. Wird ein Bußgeld aus Spanien in Deutschland vollstreckt?
  8. Bußgeld mit dem Mietwagen
  9. Neu 2026: V16-Warnleuchte, Umweltzonen & Kameras
  10. FAQ

Bußgeldtabelle Spanien 2026: Die wichtigsten Verstöße

Das spanische Verkehrsrecht (Ley sobre Tráfico y Seguridad Vial) teilt Verstöße in drei Stufen ein: leicht (bis 100 €), schwer (200 €) und sehr schwer (500 €, teils mehr). Bei Wiederholung oder Gefährdung anderer kann das Bußgeld um 30 % steigen. Zusätzlich werden Punkte auf dem spanischen Punktekonto (carné por puntos) eingetragen.

Verstoß Bußgeld Punkte (Spanien)
Geschwindigkeit überschritten 100 – 600 € 0 – 6
Alkohol 0,25 – 0,50 mg/l Atemluft (0,5 – 1,0 ‰) 500 € 4
Alkohol über 0,50 mg/l Atemluft (über 1,0 ‰) 1.000 € 6
Drogen am Steuer (jeder Nachweis) 1.000 € 6
Handy in der Hand (auch nur halten) 200 € 6
Kopfhörer / Navi in der Hand bedienen 200 € 3
Nicht angeschnallt / Kind ohne Kindersitz 200 € 4
Rote Ampel oder Stoppschild missachtet 200 € 4
Überholen im Überholverbot 200 € 4
Keine Rettungsgasse gebildet 200 € –
Einfahrt in Umweltzone (ZBE) ohne Berechtigung 200 € –
Radarwarner im Fahrzeug 200 € 3
Falschparken bis 200 € –
Fahren ohne Haftpflichtversicherung ab 650 € –

Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr – maßgeblich ist der Bescheid der spanischen Verkehrsbehörde DGT bzw. der jeweiligen Gemeinde.

Blitzer in Spanien: Bußgelder für zu schnelles Fahren

Bei Tempoverstößen richtet sich das Bußgeld nicht nach der Überschreitung allein, sondern nach dem erlaubten Tempolimit und der gemessenen Geschwindigkeit. So lesen Sie die Tabelle: Suchen Sie die Zeile mit dem Tempolimit und dann die Spalte, in die Ihre gemessene Geschwindigkeit fällt.

Limit 100 €
0 Pkt.
300 €
2 Pkt.
400 €
4 Pkt.
500 €
6 Pkt.
600 €
6 Pkt.
30 km/h 31–50 51–60 61–70 71–80 ab 81
50 km/h 51–70 71–80 81–90 91–100 ab 101
90 km/h 91–120 121–140 141–150 151–160 ab 161
100 km/h 101–130 131–150 151–160 161–170 ab 171
120 km/h 121–150 151–170 171–180 181–190 ab 191

Beispiel: Wer auf der Autobahn (120 km/h) mit 165 km/h geblitzt wird, zahlt 300 € und erhält 2 Punkte in Spanien – mit Sofortzahlungsrabatt 150 €.

Achtung, Straftat: Ab 60 km/h zu schnell innerorts oder 80 km/h zu schnell außerorts handelt es sich nicht mehr um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat nach dem spanischen Strafgesetzbuch. Dann drohen Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit oder Haft sowie ein Fahrverbot in Spanien.

Feste Blitzer werden in Spanien meist mit Schildern („Control de velocidad“ oder „Radar“) angekündigt. Daneben gibt es Abschnittskontrollen (radar de tramo), mobile Radargeräte und Blitzer in Hubschraubern und Drohnen der DGT.

Alkohol und Drogen am Steuer in Spanien

Die Promillegrenze in Spanien liegt bei 0,5 Promille im Blut bzw. 0,25 mg/l in der Atemluft. Für Fahranfänger (weniger als zwei Jahre Führerschein) und Berufskraftfahrer gilt 0,3 Promille (0,15 mg/l). Eine geplante Absenkung auf 0,2 Promille wurde im März 2026 im spanischen Parlament abgelehnt – die bisherigen Grenzen gelten weiter.

  • 0,25 – 0,50 mg/l Atemluft: 500 € und 4 Punkte
  • über 0,50 mg/l Atemluft: 1.000 € und 6 Punkte
  • über 0,60 mg/l (ca. 1,2 ‰): Straftat – Geld- oder Freiheitsstrafe und Fahrverbot von 1 bis 4 Jahren
  • Test verweigert: Straftat
  • Drogen: Null-Toleranz – jeder positive Test kostet 1.000 € und 6 Punkte

Alkoholkontrollen sind in Spanien sehr häufig, vor allem nachts, am Wochenende und in Urlaubsregionen wie Mallorca, der Costa del Sol oder den Kanaren.

Tempolimits in Spanien

Straßentyp Pkw / Motorrad
Innerorts, eine Fahrspur pro Richtung 30 km/h
Innerorts, zwei oder mehr Spuren pro Richtung 50 km/h
Innerorts, Straße ohne getrennten Gehweg 20 km/h
Landstraße (carretera convencional) 90 km/h
Autobahn / Schnellstraße (autopista / autovía) 120 km/h

Für Wohnmobile, Gespanne mit Anhänger und Lkw gelten niedrigere Limits. Viele Deutsche unterschätzen das 30-km/h-Limit in Städten, das seit 2021 auf den meisten innerörtlichen Straßen gilt.

Kontrolle vor Ort: Was Touristen wissen müssen

Wer keinen Wohnsitz in Spanien hat, wird bei einer Kontrolle durch die Guardia Civil oder die örtliche Polizei in der Regel aufgefordert, das Bußgeld sofort zu bezahlen oder eine Sicherheitsleistung (depósito) zu hinterlegen – meist per Karte. Wer nicht zahlen kann, muss damit rechnen, dass das Fahrzeug stillgelegt wird, bis der Betrag beglichen ist.

Tipp: Auch bei Sofortzahlung gilt der 50-%-Rabatt. Lassen Sie sich immer eine Quittung (recibo) bzw. den Bußgeldbescheid aushändigen und unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen.

50 % Rabatt, Einspruch und Fristen

  1. Zahlung innerhalb von 20 Kalendertagen nach Zustellung (pronto pago): Das Bußgeld halbiert sich. Das Verfahren ist damit abgeschlossen, ein Einspruch ist nicht mehr möglich. Punkte werden trotzdem eingetragen.
  2. Einspruch (alegación): ebenfalls innerhalb von 20 Tagen, schriftlich und auf Spanisch. Wer Einspruch einlegt, verliert den Rabatt.
  3. Weder Zahlung noch Einspruch: Der volle Betrag wird fällig. Danach folgt das Vollstreckungsverfahren mit Zuschlägen.

Gezahlt werden kann online über die Website der spanischen Verkehrsbehörde DGT (sede.dgt.gob.es), telefonisch oder per Überweisung. Bei Bußgeldern von Gemeinden (z. B. Parkverstöße) ist die jeweilige Stadtverwaltung zuständig.

Vorsicht vor Betrug: Seit einigen Jahren kursieren gefälschte SMS und E-Mails im Namen der DGT. Echte Bescheide kommen per Post oder über das offizielle elektronische Postfach (DEV) – nie per SMS mit Zahlungslink.

Wird ein Bußgeld aus Spanien in Deutschland vollstreckt?

Ja. Nach dem EU-Rahmenbeschluss zur gegenseitigen Anerkennung von Geldstrafen können spanische Bußgelder ab 70 € (inklusive Verfahrenskosten) in Deutschland eingetrieben werden. Zuständig ist das Bundesamt für Justiz in Bonn. Über den EU-weiten Datenaustausch erhalten spanische Behörden die Halterdaten deutscher Fahrzeuge.

  • Keine Punkte in Flensburg: Verstöße in Spanien werden nicht ins deutsche Fahreignungsregister eingetragen.
  • Punkte in Spanien: Die DGT registriert Punkte auch bei ausländischen Fahrern. Wer zu viele sammelt, kann ein Fahrverbot für Spanien erhalten.
  • Verjährung: Ein rechtskräftiges Bußgeld kann in Spanien bis zu vier Jahre lang vollstreckt werden.
  • Inkasso-Schreiben: Auch private Inkassobüros fordern spanische Bußgelder ein. Diese dürfen nicht zwangsvollstrecken – prüfen Sie die Forderung genau, bevor Sie zahlen.

Bußgeld Spanien mit dem Mietwagen

Gerade wer in Spanien einen Mietwagen fährt, bekommt das Bußgeld oft erst Wochen später. Verantwortlich ist der im Mietvertrag eingetragene Fahrer. Der Vermieter übermittelt dessen Daten an die Behörde und berechnet dafür meist eine Bearbeitungsgebühr (häufig 30–60 €), die direkt von der Kreditkarte abgebucht wird – zusätzlich zum eigentlichen Bußgeld.

Tipps für Mietwagenfahrer:

  • Kopie des Mietvertrags aufbewahren, um Bescheide später zuordnen zu können.
  • Kreditkartenabrechnung nach der Reise prüfen.
  • Spanische Mietwagen müssen seit 2026 eine V16-Warnleuchte an Bord haben – bei Übernahme kurz nachsehen.
  • In Städten mit Umweltzone (z. B. Madrid, Barcelona) beim Vermieter nachfragen, ob das Fahrzeug einfahren darf.

Neu 2026: V16-Warnleuchte, Umweltzonen & Kameras

V16-Warnleuchte statt Warndreieck

Seit dem 1. Januar 2026 müssen in Spanien zugelassene Fahrzeuge eine vernetzte V16-Warnleuchte mitführen, die den Pannenort automatisch an die DGT übermittelt. Fehlt sie, kostet das 80 €. Für Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen gilt die Pflicht nicht – hier bleibt das Warndreieck vorgeschrieben. Eine zertifizierte V16-Leuchte darf zusätzlich genutzt werden.

Umweltzonen (ZBE)

Immer mehr spanische Städte haben Umweltzonen (Zonas de Bajas Emisiones). Wer ohne Berechtigung einfährt, zahlt 200 €. Ausländische Fahrzeuge müssen sich in einigen Städten vorab online registrieren – informieren Sie sich vor der Reise auf der Website der jeweiligen Stadt.

Mehr Kameras

Die DGT setzt verstärkt Kameras ein, die Handynutzung und fehlende Gurte automatisch erkennen, sowie Kameras zur Kontrolle von Fahrgemeinschaftsspuren (carril VAO, 200 € bei Missbrauch).

Warnweste

Wer auf Landstraßen oder Autobahnen das Fahrzeug nach einer Panne verlässt, muss eine Warnweste tragen. Es empfiehlt sich, für jeden Insassen eine Weste griffbereit im Innenraum zu haben.

Häufige Fragen zum Bußgeld in Spanien

Wie teuer ist zu schnell fahren in Spanien?

Zwischen 100 € und 600 €, je nach Tempolimit und gemessener Geschwindigkeit. Ab 60 km/h zu schnell innerorts bzw. 80 km/h außerorts ist es eine Straftat.

Welche Promillegrenze gilt in Spanien?

0,5 Promille (0,25 mg/l Atemluft). Für Fahranfänger und Berufskraftfahrer 0,3 Promille (0,15 mg/l).

Werden Bußgelder aus Spanien in Deutschland vollstreckt?

Ja, ab 70 € über das Bundesamt für Justiz. Punkte in Flensburg gibt es nicht.

Gibt es in Spanien Rabatt auf Bußgelder?

Ja, 50 % bei Zahlung innerhalb von 20 Kalendertagen. Ein Einspruch ist dann nicht mehr möglich.

Wer zahlt das Bußgeld beim Mietwagen?

Der im Mietvertrag eingetragene Fahrer – plus eine Bearbeitungsgebühr des Vermieters.

Brauche ich mit dem deutschen Auto in Spanien die V16-Warnleuchte?

Nein. Die Pflicht gilt nur für in Spanien zugelassene Fahrzeuge. Mit deutschem Kennzeichen bleibt das Warndreieck Pflicht.

Darf man in Spanien mit Flip-Flops Auto fahren?

Ein ausdrückliches Verbot gibt es nicht. Behindert ungeeignetes Schuhwerk aber die sichere Bedienung der Pedale, kann die Polizei ein Bußgeld von bis zu 200 € verhängen.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

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